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Freies Web dank Shirts?

von Oliver | 11.01.2009 | Kategorie: sonstiges | 0 Kommentare
Zweifellos hat die ganze Merchandising-Branche keinen allzu guten Stand. Viel zu oft wurde bis zum Exzess versucht, die Beliebtheit beispielsweise eines Films oder Musikers in bare Münze umzuwandeln, in dem alles auch nur annähernd Vorstellbare mit entsprechenden Motiven und Schriftzügen bedruckt wurde. Heute muss man eher vorsichtig sein, gedenkt man Werbung auf der eigenen Website zu schalten oder gar ein Verkaufsangeboten wie einen Shirtshop zu integrieren. Denn allzu schnell sieht man sich mit dem Vorwurf konfrontiert, es wäre nur noch die Gewinnabsicht, die einen umtreibt und demnächst würde man versuchen, einen jeden Besucher gandenlos auszubeuten. Eben das kann schnell ganze Leserschaften oder Communities zu wilden Mobs mutieren lassen. Ok, manche Ausnahmen von Monetarisierung bestätigen dann eher die Regel.

Trotzallem muss auch hier klar gesagt werden, dass viele Blogger und Website-Betreiber ein Publikum von oft beträchtlicher Größe mit kostenlosen Inhalten bedienen, für die sie viele Stunden und Tage Arbeit meist neben ihrem beruflichen Alltag aufwenden. Nicht nur, dass sie – durchaus freiwillig und mit einer guten Portion Freude und Leidenschaft – mit den Inhalten nichts verdienen: nein, sie legen sogar noch Geld dafür hin, um den Betrieb ihrer Website zu finanzieren. Anbieter von erfolgreichen freien Inhalten halten meist schon aus tiefer Überzeugung nichts von der Idee eines Bezahlzwangs. Sicher ist auch, dass die wenigsten Nutzer solcher Angebote sich jemals wieder Blicken ließen, sollte man auf einmal seine Seite mit einem PayPal-Button versiegeln.

Auf der Website des WIRED MAGAZINE ist dazu ein spannender Artikel zu lesen. Autor Clive Thomson schreibt hier über "How T-Shirts Keep Online Content Free". Am Beispiel der Machinima Serie "Red vs. Blue", die auf Halo basiert, erklärt er, wie viele "Spaßprojekte" das T-Shirt als Einnahmequelle entdecken und dadurch als kostenloses Angebotihr Bestehen oder sogar Wachstum sichern können. Thomson nennt dies bereits die "T-Shirt Economy". Sie basiert auf der Idee, Inhalte frei im Netz zur Verfügung zu stellen und sie einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, statt durch Kosten Hürden aufzubauen und Nutzer so auszuschließen oder davon zu jagen. Die wirklichen Einnahmen resultieren dann aus der Begeisterung der Blogleser oder Community-Mitglieder, die das Bedürfnis weckt, sich mit dem Thema, dem Anbieter oder der Community zu identifizieren.

Glaubt man den Statistiken, so gibt man allein in Amerika jährlich 40 Milliarden USD für bedruckte oder ähnlich veredelte Textilien aus. Die Vielzahl der Anbieter von Textilveredelung in Deutschland lässt eine ähnliche Situation auch bei uns vermuten. Dennoch ist klar, dass auch die "T-Shirt Economy" keine Wundermaschinerie ist, sondern auch hier sicher nur wenige dazu fähig sind, ihren Lebensunterhalt allein mit dem Verkauf von T-Shirts zu bestreiten. Aber ebenso wenig steht in Frage, dass, wenn ein nennenswertes öffentliches Interesse an den angebotenen Inhalten einer Website besteht, ein themenbezogener Shirtshop durchaus das Potenzial hat, die eigenen Kosten auszugleichen oder gar gänzlich zu decken. Ein kleines Plus ist nicht unwahrscheinlich und kann Weiteres möglich machen.

Bands haben dieses Potenzial schon lange für sich entdeckt und eigene Mechandising-Artikel gehören zum guten Ton. Aber heute macht dank neuer Technologien und dem dadurch bedingten Wegfall größerer Einstiegskosten und Mindestabnahmemengen, die songenannte "mass-customization" es für jeden möglich, eigene Merchandising-Produkte zu entwerfen, "on demand" produzieren zu lassen und mit Gewinn zu vertreiben. Angebote wie getshirts übernehmen dabei jegliche Logistik und Abwicklung, so dass man sich weiter auf das Wesentliche konzetrieren kann: sein Projekt und seine Nutzer. (via wired.com)

Und Ihr? Bietet Ihr auch schon Eure Shirts in einem eigenen Shop an? Welche Erfahrungen habt Ihr mit Merchandising gemacht? Welche Fehler kann man machen?

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